In den Startlöchern zum Alleinerziehenden-Dasein...

In den letzten drei Monaten hat sich hier unglaublich viel geändert!

ARBEIT
Im Juni/Juli war ich mit meinen Kräften absolut am Ende. Das hatte viele verschiedene Gründe, unter anderem den, dass ich mich zwischen zwei Jobs zu sehr zerrissen hatte. Mit der Zeit wurde deutlich, dass sich das auch auf die Kinder niederschlägt. Das Großkind hatte Anfang des Jahres, als wir begonnen hatten, den letzten Umzug vorzubereiten, angefangen, nochmal deutlich auffälliger zu werden. Wir hatten alle gehofft, dass sich das wieder legt, wenn wir mal in der neuen Wohnung richtig angekommen waren. Aber – Pustekuchen!
Irgendwann ist mir dann bewusst geworden, dass es daran liegt, dass ich zu wenig Zeit für ihn und seine Brüder habe. Etwa einen Monat nach dem Umzug hatte ich begonnen, mehr zu arbeiten. Also tat ich das einzig Richtige und kündigte meinen Zweitjob. Seit Anfang September arbeite ich nun nur noch 20 Stunden pro Woche. Freiberufliche Seminar geben kann ich kaum noch, weil das Großkind regelmäßig frei dreht, wenn ich eine Woche weg bin. Das Einzige, was ich noch mache und weiter machen werde, ist ab und an ein Wochenend-Seminar.


BEZIEHUNG
Im Juni war die Paar-Beziehung für mich bereits beendet, was vom Chaosmann aber ignoriert worden war. Anfang Juli hat er die Trennung dann endlich akzeptiert. Es war zu Ende. Mitte Juli haben wir unser Sofa durch ein Schlafsofa ersetzt – seither schläft er im Wohnzimmer auf der Couch. Wir trafen damals die Absprache, dass wir noch ne ganze Weile zusammen wohnen bleiben würden, weil die Jungs ja noch so klein sind. Aber wie das mit den Absprachen mit mir so ist – für ihn war das schnell vergessen. Er hat sich inzwischen eine Wohnung gesucht, und wird Anfang Oktober, genauer gesagt in zwei Wochen ausziehen.

FAMILIENALLTAG
Ab Oktober werde ich dann also Alleinerziehend sein.
Alleinerziehend mit drei kleinen Jungs im Alter zwischen zwei und fünf Jahren.
Insbesondere die ersten Monate machen wir aktuell noch etwas Angst. Für die Kinder wird es eine harte Zeit werden, bis sie sich mal daran gewöhnt haben werden. Und auch finanziell muss ich schauen, wie und ob es hin haut – und ob ich die Wohnung überhaupt werde halten können. Das ist zwar das Ziel, vor allem auch, weil ich die Kinder hier nicht schon wieder raus reißen möchte - aber ob ich mir das leisten kann, wird sich zeigen. Ich habe in den letzten Tagen schonmal die Anträge für Ermäßigung der Kita-Gebühr, Wohngeld und Kinderzuschlag fertig gemacht und abgeschickt. Der Unterhalt wird aktuell vom Jugendamt berechnet. Der Antrag auf Pflegegrad und damit verbunden Pflegegeld fürs Großkind ist auch noch am Laufen. Den Antrag auf Steuerklassen-Wechsel muss ich in den nächsten Tagen noch stellen.
Dafür, dass da gerade so viel in der Schwebe ist, bin ich da aktuell aber (noch) relativ entspannt. Aktuell sehe ich primär die positiven Seiten des Ganzen: kein Streit mehr, ich kann meine Energie meinen Kindern widmen und habe niemanden mehr, der mir leere Versprechen macht. Und sind wir doch mal ehrlich: das Beste am Alleinerziehenden-Dasein ist doch, dass man ab und an auch mal ein freies Wochenende hat!

 

 

September 2019