Vor ein paar Tagen wurde das Babykind ein Jahr alt – es wurde also vom Babykind zum Kleinkind.
Aktuell sind meine Akkus absolut leer, das letzte Jahr war in vielerlei Hinsicht sehr anstrengend.

Ein kleiner Rückblick:

Als mein Mann und ich uns im Sommer 2016 dazu entschlossen, doch noch ein drittes Kind zu bekommen, war uns klar, dass es – gerade die ersten ein bis zwei Jahre – extrem anstrengend werden würde. Was mir aber nicht klar war, war dass auch die Schwangerschaft selbst mich bereits an meine Grenzen bringen würde. Bereits kurz vor der Halbzeit fingen die Probleme an und ich konnte nicht mehr so, wie ich gerne gewollt hätte. Mich hat das damals extrem frustriert und psychisch fertig gemacht. Für meinen Mann bedeutet es, dass er mehr übernehmen musste als zuvor – gerade das abendliche Fertigmachen der Kinder oder auch in Bezug auf die Betreuung am Wochenende. Das machte den Alltag natürlich auch für ihn anstrengender und wir begannen, viel uns immer öfter zu streiten.

Im September 2017 kam das Babykind dann auf die Welt. Die ersten 6 Wochen blieb mein Mann als Haushaltshilfe zu Hause. Es war eine große Entlastung, dass er die beiden großen Kinder in die Kita brachte und wieder abholte – der Haushalt selbst jedoch blieb aber zu großen Teilen trotzdem an mir hängen. Hätte ich es meinem Mann überlassen, wäre viel zu viel liegen geblieben, weil er leider die Notwendigkeit mancher Dinge bis heute noch immer nicht verstanden hat. Das führte natürlich zu zusätzlichem Frust und Streit. Im November erreichte das Ganze dann seinen Höhepunkt – am liebsten wäre es mir damals gewesen, wenn mein Mann schon damals ausgezogen wäre.

Anfang dieses Jahres bezogen wird dann unsere neue Wohnung zwei Häuser neben den Großeltern. Die Wege wurden kürzer, die Möglichkeiten der Unterstützung besser. Bis heute frage ich aber nur nach Hilfe, wenn ich irgendwelche Termine oder Ähnliches habe. Die Kinder einfach so abzugeben, damit ich mich mal ausruhen kann – daran ist nicht zu denken. Ich habe keine Lust, mir sagen zu lassen, dass wir es uns ja ausgesucht hätten. Selbiges in der Schwangerschaft von verschiedenen Seiten zu hören, hat mir schon gereicht. Daher habe ich es auch aufgegeben, mir anmerken zu lassen, wenn es mir schlecht geht. Nur mein Mann bekommt es natürlich mit. Allerdings kann ich meinen Mann regelmäßig unter Tränen anflehen, weil ich am Ende bin – da passiert eh nichts.

In den letzten Monaten wurde der Alltag immer anstrengender und meine Energie immer weniger. Das Großkind wurde mit der Zeit immer fordernder, weil sich der Asperger-Autismus immer mehr zeigte. Auch das Babykind wurde natürlich mit fortschreitendem Alter immer aktiver. Aktuell klettert er überall hoch und muss dauernd davon abgehalten werden, sich ernsthaft zu verletzten.
Im Mai begann ich, auch unter der Woche zu arbeiten. Einmal pro Woche 4-5 Stunden, während das Babykind von einer Babysitterin betreut wird. Zusätzlich zweimal pro Woche 1-2 Stunden, wo ich das Babykind ohne weitere Betreuung dabei habe. Anfangs ging das super – es ist genau die Zeit, wo der junge Mann länge Zeit nochmal ein Nickerchen machte, nachdem wir die beiden Großen in die Kita gebracht haben. Inzwischen gewöhnt er sich das aber mehr und mehr ab und möchte auch während meiner Arbeit bespaßt werden bzw. erkundet das Büro. Ich bin total froh, dass er nun doch schon ab November zur Tagesmutter gehen kann und nicht wie eigentlich geplant erst ab März 2019.

Seit einigen Wochen habe ich das Gefühl, mich zwischen Allem zu zerreißen. Ständig drei Dinge gleichzeitig machen zu müssen, an Alles zu denken, ständig überall voll präsent zu sein. Meine eigenen Bedürfnisse sind da schon lange hinten runter gefallen. Inzwischen bin ich absolut frustriert und am Ende meiner Kräfte. Ich bin ständig gereizt, motze meine Kinder an statt geduldig zu sein und der Streit mit meinem Mann wurde auch nur deshalb weniger, weil ich einfach keine Kraft mehr habe, ständig zu streiten.

Es muss sich dringend etwas ändern! Und es wird sich auch etwas ändern…
Vor Kurzem habe ich eine Mutter-Kind-Kur beantragt – für uns alle. Also für mich, das Großkind als Therapiekind, das Mittelkind und das Babykind als Begleitkind und meinen Mann als Begleitperson. Ich sehe die Kur für mich persönlich als Chance, mal etwas durchzuatmen und wieder zu Kräften zu kommen. Aber ich sehe es auch für uns als Paar und für uns als gesamte Familie als große Chance, endlich mal zur Ruhe zu kommen und wieder mehr zusammen zu wachsen. In 2,5 Wochen geht es auch schon los – wir hatten wirklich großes Glück. Direkt nach der Kur, Anfang November dann, wird das Babykind dann bei der Tagesmutter starten. Wenn er da dann mal richtig angekommen ist, wird sicher auch der Alltag entspannter werden. Dann kann ich mich wieder mehr auf eine Sache konzentrieren und nicht drei Dinge gleichzeitig machen.
Der Plan ist, dann nicht mehr jeden Samstag zu arbeiten, sondern nur noch jeden zweiten – und mehr von meiner Arbeitszeit auf unter der Woche zu verschieben. Die Idee ist, unter der Woche nur noch zwei Tage zu arbeiten und an diesen dann länger. Von den anderen drei Tagen ist einer für den Haushalt, einer nur für mich selbst und einer für die Kinder vorgesehen – ich habe vor, mir dann einmal pro Woche einen schönen Tag mit einem meiner Kinder zu machen, so hat im Wechsel jeder alle drei Wochen einen exklusiven Mama-Tag.
Ich freue mich schon sehr! Ob sich das auch so umsetzen lässt, wird sich zeigen.