Hier sitze ich nun – 30 Jahre alt, zum zweiten Mal verheiratet, Mutter von drei kleinen Jungs. Während ich mir mit meinem Ex-Mann eigentlich gar keine Kinder hätte vorstellen können und daher den passenden Zeitpunkt immer weiter vor mir hergeschoben hatte, wurde mir letztendlich die Entscheidung abgenommen.
Nach drei Monaten Beziehung mit meinem jetzigen Mann hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Ungeplant. Aber nach einem kurzen aber starken Schock war spätestens am Tag danach klar: ich werde Mama. Eine Abtreibung kam für mich nicht in Frage. Für unsere Beziehung war es eine unglaublich harte Probe, aber es hat uns letztendlich zusammen geschweißt.
Schnell war klar – wir möchten zwei Kinder mit einem kurzen Altersabstand. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde ich letztlich wieder schwanger und knapp 20 Monate nach Kind 1 kam Kind 2 zur Welt.
Wir waren glücklich. Fühlte uns vollständig. Mein Mann, unsere beiden Jungs und ich. Zumindest am Anfang. Als Kind 2 knapp ein Jahr alt war und wir sahen, wie toll die beiden mit einander spielten und wie sie mit einander umgingen, beschlossen wir, dass wir doch noch ein drittes Kind wollten. Der erste erfolgreiche Versuch endete leider in einer Fehlgeburt in der 10. Schwangerschaftswoche. Fünf Monate später klappte es glücklicherweise erneut und ziemlich genau zwei Jahre nach Kind 2 erblickte Kind 3 das Licht der Welt.
Die dritte Geburt ist nun zwei Monate her. Die ersten acht Wochen hatte mein Mann unbezahlten Urlaub genommen und war als Haushaltshilfe auf Kosten meiner Krankenkasse zu Hause. Seit gestern geht er wieder arbeiten und ich muss unseren Alltag neu organisieren.


Nach der Geburt von Kind 1 hatte ich begonnen, einen Blog zu schreiben und so einiges aus meiner Vergangenheit zu verarbeiten. Während der zweiten Schwangerschaft und nach der Geburt von Kind 2 hatte ich dann die alten Texte überarbeitet, um einige neue erweitert, in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht und es in Form eines Buches veröffentlicht. Mitte Mai 2016 kam #Provinzhölle heraus. Für mich eine Art Selbstbefreiung, nicht mehr und nicht weniger.


Gestern hat es also begonnen – das DreiKindChaos. Für mich ein Anlass, endlich wieder mit dem Schreiben zu beginnen.
Das Leben mit drei kleinen temperamentvollen Jungs gibt sicherlich einiges zu berichten. Aktuell ist Kind 1 drei Jahre und zehn Monate alt. Kind 2 ist zwei Jahre und zwei Monate. Kind 3 ist zwei Monate jung. Also alle in einem Alter, in dem sie noch viel Zuwendung und Unterstützung brauchen. Und auch bekommen sollen. Alle drei sind aktuell noch Wickelkinder.

 

Darüber hinaus gibt es sicher auch einige andere Dinge zu verarbeiten. Ich gehöre zu den Menschen, die sich mancher Dinge bewusst werden und Dinge geordnet bekommen, indem sie sie zu Papier bringen.
Für unsere Ehe war die dritte Schwangerschaft eine wahre Zerreißprobe. Die ersten Wochen nach der Geburt waren nochmal um einiges schlimmer. Nie zuvor haben wir so viel und so heftig gestritten wie in den letzten beiden Monaten. Aktuell liegt wieder Harmonie in der Luft – ich hoffe, es bleibt so.
Ich selbst bin psychisch nicht immer ganz stabil und geprägt von Minderwertigkeitskomplexen und einem dezenten Drang nach Perfektionismus – zumindest in bestimmten Dingen. Die Unzufriedenheit mit meinem Körper und das Thema Abnehmen war schon immer ein großes Thema in meinem Leben. Jetzt, so kurz nach der Schwangerschaft, natürlich auch wieder.


Heute ist Tag zwei allein mit drei Kindern. Da die beiden „Großen“ tagsüber in die Kita gehen und der Babymann aktuell sehr entspannt und pflegeleicht ist, ist es bisher absolut machbar. Gerade das morgendliche Fertig machen ist zwar noch stressig und chaotisch, aber gut, wir üben noch.
Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis sich die Abläufe einspielen und was das DreiKindChaos in den nächsten Monaten und Jahren so mit sich bringen wird!

 

Mitte November 2017